Die hohe Kunst des Verzeihens

Rosenblüte im Schnee erfroren

Warum Verzeihen so wichtig ist

Verzeihen befreit Herz und Seele von schweren Steinen der niederfrequenten Energie. Wohlgefühl und Vitalität steigen an, die neugewonnene Energie und Kraft stehen den neuen Lebensprojekten wieder zur Verfügung. Das Leben lässt sich dadurch in voller Fülle und Pracht genießen.
Vergeben ist also niemals vergebens.

Wie oft kann / muss ich verzeihen?

Die Kernfrage dabei ist, wie wichtig ist dir dieser Mensch, welche Motivation hast du, wie psychisch und körperlich stark bist du und vor allem wie hart trifft es dich dabei, um für dich deine „persönliche Zahl der Gnade“ zu berechnen, wenn die klärenden Gespräche erfolglos sind.

Das Matthäusevangelium nennt z.B. die Zahl „70 x 7 Mal“, damit dein Lebensweg friedlich verläuft. Ziemlich langer Atem und jede Menge Geduld wird dafür vorausgesetzt. Denn die Verletzungen machen krank und wenn deine Resilienz Reserven sich dem Ende neigen, ist es ratsam eine Distanz aufzubauen, inneren Frieden finden und im Nachhinein zum persönlichen Wiederaufbau zu kommen.

Es kommt z.B. oft vor, dass man in eine Familie hineingeboren wird, wo der z.B. Vater sehr dominant ist. Oder wenn man auf Kälte und Gleichgültigkeit in der Kindheit bei den Eltern gestoßen ist.  Als erwachsene Person hat man bereits eigene Familie, wird aber nach denselben Mustern bei den Höflichkeitsbesuchen der Eltern wie in der Kindheit behandelt.
Solche Treffen lassen sich meist über die Dauer regulieren, damit zum beidseitigen Vorteil der Austausch und damit die beidseitige die Bereicherung stattfinden kann und die Risiken der eventuell aufkommenden heftigen Auseinandersetzung minimiert werden.

Persönliche Widerstandskraft kann durch Wissen, ständiges Training und Selbstentwicklung gestärkt werden. Frei nach dem Motto „Alles, was mich nicht umbringt, macht mich stärker“.

Kann ich alles verzeihen?

Jeder kennt eigene kleinere oder größere „Sünden“, welche zum Teil aus Unachtsamkeit oder in der Eile passieren und hofft um die Nachsicht der Mitmenschen. „Nobody is perfect“ und “ Vergebt, so wird euch vergeben“ bilden dazu einen Rahmen in der Beziehung. Ebenfalls können wir bestimmte Mankos in Person der anderen „übersehen/hinnehmen“, wenn andere Qualitäten viel wichtiger eingeschätzt werden.
Z.B. ein Lebenspartner ist handwerklich sehr begabt, kann exzellent kochen, ist verständnisvoll und besonnen, hinterlässt aber die Hüllen der Kontaktlinsen auf der Waschmaschine im Bad und nicht wie vorgesehen im Mülleimer. Schnelles kommentarloses Aufräumen ist da einfach vom Vorteil und persönlich angebracht.

Im Christentum ist die „Gotteslästerung“ nicht verzeihbar, ebenfalls die mehrfach begangenen schwerwiegenden Sünden wie Abtreibung, Mord und Totschlag.

Um verzeihen zu können muss man der Person sagen, wie es einem geht (oder ging) daraufhin sollte sich die Person ehrlich entschuldigen. Möglicherweise wusste die Person nicht, dass sie verletzende Muster (aus-)lebt. Zudem muss man sich beide Perspektiven anhören und versuchen zu verstehen.

Jedermann hat aufgrund der beigebrachten und erlebten ethischen Normen solche nicht akzeptablen Handlungen, welche am besten im Vorfeld klar und deutlich zu kommunizieren sind.

Verzeihen, Nachgeben, Verdrängen

Verdrängen passiert dann, wenn wir kopfgesteuert „proforma“ verzeihen, im Inneren aber ein „Vulkan“ der Emotionen bei der Erinnerung losgeht.
Echtes Verzeihen zeichnet sich durch gewisse Ruhe und Gleichgültigkeit der aufkommenden Erinnerung gegenüber. Frei nach dem Sigmund Freud: „Wenn man jemandem alles verziehen hat, ist man mit ihm fertig.“
Kompromisse eingehen, nachgeben, hinnehmen, ignorieren, tolerieren bieten die Möglichkeit zum beidseitigen Ausgleich. Z.B. die männlichen Fußballrunden mit dem abschließenden Kneipenbesuch, sonstige Männerabende, Frauentreffen für Wellness und Spa-Prozeduren, Konzert- und Museumsbesuche und Spaziergänge. Wichtig dabei ist ein gesundes Maß des Zusammenhalts zu finden.

Neuanfang. Wie gelingt es mir zu verzeihen?

Verzeihen beginnt meistens mit dem Verstehen und Nachdenken. Welche Hintergründe haben dazu geführt? Warum wirkt es auf Einen diese Handlung so verletzend? Wie lässt es im beidseitigen Vernehmen optimal regeln, damit in der Zukunft das Leben neue Qualität bekommt? Hier tritt ebenfalls die Selbsterziehung/Optimierung von Verhalten von allen Beteiligten in den Vordergrund. Zuverlässigkeit, Respekt und Achtung der Persönlichkeit und der persönlichen Grenzen garantieren nachhaltig eine harmonische und langfristige zwischenmenschliche Beziehung.

In 3 Schritten zum Zustand der Verzeihung kommen

  1. Eigene Gefühle annehmen und akzeptieren: Wut, Zorn, Trauer, Eifersucht, Niedergeschlagenheit ehrlich durchleben und verarbeiten
  2. Erfahrung von unterschiedlichen Punkten betrachten und analysieren, dabei ist es hilfreich oft neutrale Personen „zu Rate“ zu ziehen
  3. Sich selbst verzeihen, Schlussfolgerung/Fazit ziehen und neue Ziele bilden
Die hohe Kunst des Verzeihens

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